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Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke
Klientelpolitik vor Atomkraftwerke
Nach dem Wahlsieg von Union und FDP und der Bildung einer schwarz-gelben Regierung ist die Verlängerung der Laufzeiten der verbliebenen Kernkraftwerke eine beschlossene Sache. Diese enormen Gewinnerwartungen und das rücksichtslose Gewinnstreben der Atomwirtschaft sind der ideale Motor für einen ungezügelten Lobbyismus und eine verkommene Klientelpolitik, wie sie die Bundesrepublik Deutschland in ihrer wechselvollen Geschichte noch nicht erlebt hat. Trotz dessen und wider des geltenden Atomgesetzes soll selbst Biblis A, eines der ältesten und unsichersten Atomkraftwerke, weiter am Netz bleiben. Mehr als andere Atommeiler stellt Biblis A eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Neben den Schaden den Mensch und Umwelt, besonders auch durch das ungelöste Endlagerproblem nehmen, nimmt in Zeiten der Großspenden und wirtschaftlich motivierter Entscheidungen der Regierungsparteien vor allem die politische Kultur und das Verhältnis zwischen Bürgern und Politik Schaden.
Laufzeitverlängerung
Die Diskussion um die Verlängerung der Laufzeiten für die 17 kommerziell genutzten Kernkraftwerke in Deutschland kommt auch nach der Ausfertigung des Atomgesetzes durch den Bundespräsidenten Christian Wulff nicht zu einem Ende.
Vielmehr gewinnt die Debatte, trotz aller Bemühungen der schwarz-gelben Bundes-regierung diesen gesunden Diskussionsprozess abzuwürgen, weiter an Intensität.
Zur Zustimmungsbedürftigkeit des Atomgesetzes:
Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat mit der Übergehung des Bundesrates verdeut-licht, dass ihnen die Umsätze und Gewinne ihrer Lobbyisten wichtiger sind als die elemen-taren Grundprinzipien unserer demokratischen Ordnung und unser Bundespräsident, der noch als Ministerpräsident berechtigte Zweifel hegte, hat sich mit seiner ersten wichtigen Entscheidung ins Abseits manövriert.
Erst mit den anstehenden Klagen der SPD-geführten Bundesländer vor dem Bundesver-fassungsgericht in Karlsruhe kann dieser unsäglichen Atompolitik und schamlosen Bedie-nung der Stromlobbyisten ein Riegel vorgeschoben werden.
Sollte die Klage erfolgreich sein, was bei richtiger Auslegung der betroffenen Vorschriften und unpolitischer Betrachtung der Sachlage wahrscheinlich ist, käme dies einem politi-schen Supergau gleich. Dann sollte sich die schwarz-gelbe Bundesregierung fragen, ob Neuwahlen anzusetzen sind, die das anhaltende Trauerspiel auf Ebene des Bundes beenden und der Bundes-präsident sollte sich die Frage stellen, ob ein Verweilen im Amt angemessen erscheint.
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