Nach den tragischen Ereignissen in Japan hat die Diskussion über die Zukunft der 17 laufenden Atomkraftwerke in Deutschland wieder an Fahrt gewonnen.
Vorneweg: Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Katastrophe und deren Angehörigen! Unsere unwiderrufliche Solidarität gilt dem japanischen Volk!
Die Geschehnisse in Fukushima verfolgen wir indes mit tiefster Besorgnis. Wir hoffen auf einen glimpflichen Ausgang und eine positive Entwicklung der angespannten Lage.
Diese schrecklichen Ereignisse können jedoch nicht Vorwand dafür sein, die in Deutschland angelaufene Atomdebatte zu ersticken. Gerade jetzt muss die Frage der Laufzeiten und des Ausstiegs aus der Atomkraft debattiert werden.
Alles andere würde der Situation in Japan und den Opfern der Katastrophe nicht gerecht werden!
Im Zuge dieser Debatte fordern wir die schwarz-gelbe Bundesregierung auf, die im letzten Jahr beschlossene und verfassungswidrige Laufzeitverlängerung unverzüglich zurückzunehmen und alte Meiler sofort abzuschalten!
Ein Aussetzen der Laufzeitverlängerung genügt ausdrücklich nicht, zumal sich der Eindruck aufdrängt, dass die schwarz-gelbe Bundesregierung mit dieser unkonkreten Maßnahme zuvorderst ihre eigenen Interessen im Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen und der allgemeinen atomfeindlichen Stimmung in der Bevölkerung verfolgt.
Eine solche Herangehensweise ist scham- und anstandslos.
Eine inhaltliche Kehrtwende der Regierungsfraktionen wäre grundsätzlich zu begrüßen. Zurecht mangelt es schwarz-gelb jedoch in dieser Frage an Glaubwürdigkeit. Jahrelang haben sich Angela Merkel und ihre Ministerpräsidenten als Verfechter eines neuen atomaren Zeitalters stilisiert.
Nur eine unverzügliche Rückkehr zum rot-grünen Atomkonsens und eine sofortige Stilllegung der ältesten und gefährlichsten Atommeiler in Deutschland könnte die Glaubwürdigkeit der Regierungsfraktionen begründen!
Unkonkrete Aussagen und die vermeintliche Gesprächsbereitschaft der Union lehnen wir kategorisch ab.
Vor allem das Angebot an die Opposition von Seiten des Unionsfraktionsgeschäftsführers Altmeier, der die Bereitschaft geäußert hat, über die Zeiträume der Atomkraftwerke zu sprechen, stellt eine Ohrfeige für die Anti-Atom-Bewegung in Deutschland dar.
Wir Jusos Oberland wittern darin den Versuch die Anti-Atom-Bewegung zu spalten. Wir fordern unsere Parteiführung auf, auf kein Gesprächsangebot der schwarz-gelben Bundesregierung einzugehen!
In diesem Zusammenhang appellieren wir auch an die vielen Parteien, Organisationen und sonstigen Bewegungen, die die Atomkraft ablehnen:
Lasst uns gemeinsam für unsere Sache kämpfen und lasst nicht zu, dass unsere Bewegung auf Grund ideologischer Hürden oder Angriffe der Atomlobbyisten gespalten wird!
Nur gemeinsam können wir dafür sorgen, dass jedes Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet wird!
Das Atomzeitalter ist ein für alle mal beendet!
In Deutschland, Europa und in der ganzen Welt! |